INDUSTRIEKULTUR IN SÜDWESTFALEN  
 














 

  Historische Uhren
Fazination Uhrwerk

Johannes Neus – ein Künstler am Schmiedefeuer
Neues Kunstwerk des Hilchenbachers im Technikmuseum Freudenberg

Wer in seine Schmiede kommt, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Mit schwerer Lederschürze steht er am Feuer. Er sieht sofort, wann das Eisen die richtige Temperatur hat, um daraus wahre Kunstwerke zu schmieden. Johannes Neus hat das Schmiedehandwerk noch bei einem Meister alter Schule gelernt. Später studierte er Maschinenbau und schloß das Studium als Ingenieur ab. Doch es zog ihn wieder ans Schmiedefeuer und so machte er auch noch seinen Schmiedemeister. „ Ich habe diesen Schritt nie bereuet“, sagt er zufrieden zwischen den Schlägen auf das feurige Eisen. Er liebt die Gestaltung des glühenden Eisens unter dem Hammer. Das blieb auch anderen Künstlern und Designern nicht verborgen. In ganz Europa sind seine Ideen und künstlerischen Arbeiten gefragt, seien es geschmackvolle Gartentore, kunstvolle Treppengeländer oder sonstige Objekte.



Seit einigen Jahren engagiert sich der 1964 geborene Hilchenbacher in der Schmiede des Technikmuseums in Freudenberg. Hier entstand auch die Idee, das 1912 gebaute Turmuhrwerk der Firma Weule, das bis 1986 in der alten Schule in Freudenberg - Büschergrund seinen Dienst verrichtete, zum „Herzen“ einer großen kunstgeschmiedeten Uhr zu machen. Der Betrachter sollte den Mechanismus der Uhr genau verfolgen können, und daher alles offen sein. So entstand in vielen Stunden ein Kunstwerk, das seines gleichen sucht. „ So etwas habe ich noch nie geschmiedet. Ich wüsste auch nicht, wo sich etwas ähnliches finden ließe,“ schmunzelt Johannes Neus zufrieden. Ausgehend von den verwendeten originalen Zeigern musste das Zifferblatt einen Durchmesser von 1,40 m haben. Um die Mechanik sehen zu können, deutetet Neus das Zifferblatt nur an und wählte statt der üblichen Scheibe zwei Ringe mit kunstvoll geschmiedeten Ziffern. Dreimal müssen die Rollen für die Antriebsgewichte umgelenkt werden, um das Uhrwerk 8 Tage lang zu betreiben. Das war früher einfacher, als die Gewichte vom Dachboden der alten Schule hoch in den Turm gekurbelt wurden und von dort einen langen Weg nach unten hatten.





 



       
 

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